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Fallbeispiel „Betriebserweiterungs- und Wachstumsfinanzierung“

Dieser Beratungsfall beschreibt eine begleitende Beratung über einen Zeitraum von insgesamt rd. 13 Jahren. Er zeigt verschiedenste Facetten unterschiedlichster Beratungsthemen rund um einen mittelständischen Familienbetrieb – einem typischen KMU-Unternehmen in Deutschland mit den Schwerpunkten Wachstum und Finanzierung. …

Das komplette Fallbeispiel finden Sie hier: Betriebserweiterungs- und Wachstumsfinanzierung

Kreditentscheidungen der Banken: Mittelstand braucht mehr Informationen

Mittelständische Unternehmen müssen von ihren Banken besser informiert werden – diese Forderung erhebt der Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“ als Konsequenz aus dem „KMU-Banken-Barometer 2016“. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen eine weitgehende Unkenntnis der Unternehmen über die Kriterien, nach denen Kreditinstitute über Finanzierungsanfragen entscheiden. …

Die komplette Presse-Information finden Sie hier: Mittelstand braucht mehr Informationen

KMU-Berater: Mittelstand braucht Finanzierungsstrategien

Nur knapp 22 Prozent der Unternehmen haben eine Finanzierungsstrategie, die ihre Hausbank mitträgt. Und nur 24 Prozent erleben sich bei der Finanzierung als vollständig unabhängig von ihrer Hausbank. Dies sind Ergebnisse der Umfrage „KMU-Banken-Barometer 2016“, die der Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“ jetzt zum dritten Mal durchgeführt hat. Der Verband sieht in diesen Ergebnissen eine Gefahr für die künftige Finanzierung vieler kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). …

Die komplette Presse-Information finden Sie hier: Mittelstand braucht Finanzierungsstrategien

Presseschau zum Thema Kontoüberziehung

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KMU-Berater-Tipp: Richtiger Umgang mit Überziehungen

Liquiditätsbeschaffung mittels Kontoüberziehung ist in wirtschaftlich guten Zeiten sowohl bei Unternehmen als auch bei Kreditinstituten verbreitet. Für Unternehmer kann eine Überziehung der vereinbarten Kreditlinie auf dem Geschäftskonto jedoch unangenehme Folgen haben. Darauf weist die Fachgruppe Finanzierung-Rating im Verband Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater hin und gibt Tipps aus der Beratungspraxis für den Umgang mit Kontoüberziehungen.

„Vielen Unternehmen ist gar nicht bewusst, dass bereits das Überschreiten der Kreditlinie auf dem Geschäftskonto um einen Euro eine Verletzung des Kreditvertrages darstellt. Das Unternehmen ist damit bereits im Leistungsverzug“ sagt KMU-Berater Bernd Tovar von der Fachgruppe Finanzierung-Rating. Die Ursachen für solche Überziehungen sind vielfältig. Tovar nennt als typische Beispiele Investitionen, die über das Kontokorrentkonto finanziert werden, nicht fristgerechte Zahlung der eigenen Kunden, Vorfinanzierung größerer Aufträge, aber auch hohe Privatentnahmen.

Selbst wenn die Bank auf eine Kontoüberziehung nicht reagiert, wird diese in den Ratingsystemen aller Banken und Sparkassen negativ bewertet. Diese negative Bewertung steigt mit der Zeitdauer, erläutert Tovar. „Nach 90 Tagen Überziehung fällt das Rating des Unternehmens vollautomatisch in den sehr negativen Bereich. Dies ist eine Vorgabe aus dem Reglement von Basel II, an die sich alle Kreditinstitute halten müssen“, so Tovar. Eine solche Rating-Abwertung sei unbedingt zu vermeiden.

Die meisten Kontoüberziehungen sind durch vorausschauendes Handeln in den Unternehmen vermeidbar, ist Tovar überzeugt. Unternehmen sollten dafür aus Sicht der KMU-Berater erstens eine grobe Übersicht über den Finanzierungsbedarf der kommenden zwölf bis 24 Monate haben. Zweitens ist ein ständiger Blick auf die Inanspruchnahme des vereinbarten Kreditlimits auf den Geschäftsgirokonten wichtig: „Spätestens, wenn die vereinbarte Kreditlinie zu 80 Prozent ausgeschöpft ist, sollte in den Unternehmen ein Warnsignal ertönen“ erläutert Tovar. Dann gelte es die Zahlungen so zu disponieren, dass keine Überziehungen entstehen können.

Sollte sich eine Überziehung trotz aller Vorsorge nicht vermeiden lassen, empfehlen die Finanzierungsexperten rechtzeitig vor Eintritt der Überziehung mit dem Kundenbetreuer der Bank zu sprechen und ihm vier Informationen zu geben: Den Grund der Überziehung, deren maximale Höhe und maximale Dauer und aus welchen Geldeingängen die Überziehung zurückgeführt werden wird. So habe die Bank eine fundierte Grundlage für eine möglichst positive Bewilligung der über die Kreditlinie hinausgehenden Inanspruchnahme.

Ist eine Überziehung durch die Bank bewilligt, sollte das Unternehmen natürlich die genannten Bedingungen einhalten, betont KMU-Berater Tovar. Und noch zwei Themen sollten geklärt werden: Erstens ob ein zusätzlicher Überziehungszins gerechnet wird und wenn ja in welcher Höhe? Zweitens sollte der Kunde daraufhin wirken, dass die von der Bank bewilligte Überziehung nicht im Rahmen der 90-Tage-Regelung mitgezählt wird, damit es nicht zu einer Rating-Abwertung kommt.

Unternehmen, die ihre Finanzierungs-Situation auf den Prüfstand stellen wollen, finden einen Selbst-Ceck auf www.banken-barometer.kmu-berater.de.

Weitere Informationen:
Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.
Fachgruppe Finanzierung-Rating
Bend Tovar Tel: 02387-1016 E-Mail: tovar@kmu-berater.de

Der Kontokorrentkredit – aber: richtig bemessen?

Geschätzte 90% aller KMU dürften Erfahrung mit diesem Klassiker aller Betriebsmittelkredite haben. Trotz dieser Bedeutung ist keine wirklich sichere Methode zur exakten und zweifels-freien Ermittlung der notwendigen Größenordnung anerkannt. Woran könnte das liegen?

Der Autor der folgenden Untersuchung dieses Phänomens hat langjährige Erfahrung als Banker im Firmenkundengeschäft und als finanzwirtschaftlicher Berater für KMU.

Die Komplexität der Frage „Was ist die richtige Höhe eines Kontokorrentkredites für KMU?“ ergibt
sich schon, wenn wir uns anschauen, welche Wirtschaftsteilnehmer direkt Einfluss auf dieses Finanzierungsinstrument haben.

Als erstes wäre da der Unternehmer selbst zu nennen. Er ist mit seinen Entscheidungen im Unternehmen die wichtigste Komponente in diesem Zusammenhang. Weitere entscheidende Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredites stellen sowohl die Kunden
des Unternehmens als auch deren Lieferanten dar. Sie haben mit ihrem jeweiligen Zahlungsverhalten und Zahlungsbedingungen erheblichen Einfluss. Die alles entscheidende Instanz stellen allerdings die Banken dar. Sie haben je nach Bonität des Kreditnehmers und nach Art und Umfang möglicher Kreditsicherheiten die letztliche Entscheidungskompetenz.

Diese drei Beteiligten haben ihrerseits wiederum gänzlich unterschiedliche Interessen. Das hat natürlich jeweils erheblichen Einfluss auf die „notwendige“ bzw. „richtige“ Bemessung des erforderlichen Kontokorrentkreditrahmens. Aber schön der Reihe nach, was sind nun die einzelnen Interessen, die offenbar nicht unter einen Hut bzw. in einen „passenden“ Kreditrahmen zu bringen sind.

Der praktisch veranlagte Unternehmer ist in der Regel voll und ganz im Klein-Klein seines Tagesgeschäftes eingebunden. Häufig fehlt ihm auch eine betriebswirtschaftliche Expertise, um seine finanzwirtschaftlichen Themen qualifiziert zu analysieren, zu bewerten und zu entscheiden. Für ihn sind im Zusammenhang mit einem angemessenen Kontokorrentkreditrahmen eher sein täglicher Kontostand, seine vergangenheitsbezogenen Erfahrungen und sein Bauchgefühl entscheidungs-relevante Ratgeber. Er kennt sich nicht aus mit den Schlagwörtern, die bei diesem Thema von Bedeutung sein könnten: Goldene Finanzierungsregel, Anlagenunterdeckung, Debitoren-/ Kreditoren-laufzeit, abschreibungskongruente Finanzierungsdauer, Bilanzstruktur, betriebsnotwendiges Anlage- und Umlaufvermögen – vieles sind die berühmten „Böhmische Dörfer“ für ihn. Als Folge dieser Faktoren hat er sich mit der Zeit halt an die „schwierige Kontoführung“ als Basis seines Tagesgeschäftes gewöhnt. Oftmals wird diese unangenehme -weil schwierige Aufgabe- auch großzügig auf die mitarbeitende Ehefrau delegiert. Nach dem Motto: „Die bekommt das schon geregelt!“

Der Einfluss der Kunden auf einen Kontokorrentkredit wird schon deutlich, wenn wir uns mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens befassen. Ein Händler, der abends seine Tageseinnahme auf sein Bankkonto einzahlen kann dürfte einen anderen Kreditbedarf haben als z.B. ein gewerblicher Dienstleister, der mit Rechnungsstellung arbeitet. Hier ist er abhängig vom Zahlungsverhalten seiner Kunden: Zahlen sie mit Skonto oder im vereinbarten Zeitrahmen, verspätet und schlechtestenfalls ob überhaupt! Die Einflussnahme auf die Notwendigkeit eines KK-Kredites durch die Lieferanten eines Unternehmens kann ebenfalls erheblich sein. Viele Szenarien sind vorstellbar und kommen in der Praxis regelmäßig vor: Die Bandbreite geht von Lieferung gegen “Vorkasse“ bis zu branchenüblichen Zahlungszielen von 180 Tagen und teilweise deutlich darüber hinaus. Leicht einsehbar, das dies Einfluss auf den Kreditrahmen haben muss. Erst recht, wenn diese Bedingungen einseitig zu Lasten des Unternehmens kurzfristig verändert werden. Das kommt häufiger vor, als mancher denkt!

Der dritte, meistens sehr wichtige Beteiligte bei einem Kontokorrentgeschäft ist die Bank. Für sie gelten so entscheidende Schlagworte wie: Kundenbonität, Kreditausfallrisiko, Kreditsicherheiten oder -nicht ganz unwichtig- eine risikoadäquate Bepreisung sprich: der Zinssatz respektive die Zinsmarge.
Banken machen üblicherweise ihre Bereitschaft für ein derartiges Kreditgeschäft mit ihrem Kunden auf der Basis umfangreicher Analysen der „wirtschaftlichen Verhältnisse“. In diesem Rahmen werden Bilanzen und G + V ausgewertet und analysiert. Vermögens- und Schulden-Gegenüberstellungen bewertet und Kreditsicherheiten geprüft. Am Ende dieser Prozesse trifft die Bank ihre Kreditentscheidung. Mittels der vorgenannten Erkenntnisse kommt es dann häufig zu einer eher theoretisch berechneten Kredithöhe. Sie berücksichtigt in erster Linie die Bankinteressen gem. den vorgenannten Fakten.

Bei nüchterner Betrachtung aller hier aufgezeigten Komponenten im Zusammenhang mit der Bemessung des „passenden“ Kontokorrentkredites kommt schnell die Erkenntnis: Das „Kontokorrent-kreditpuzzle“ hat zu viele Teile in den Händen zu vieler Interessenten Wie soll das zusammenpassen?

In der Praxis könnte eine Sammlung „qualifizierter, statistischer Unternehmenszahlen“ helfen.
Mittels der monatlichen BWA könnte eine Zahlenreihe wertvoll werden und ihre zeitliche Entwicklung zu einer wirkungsvollen Entscheidungshilfe werden.

Als aussagefähige Werte könnten folgende Unternehmensdaten dienen:

  • Monatsumsatz
  • Warenbestand
  • Bestandgröße Forderungen aus L + L
  • Bestandsgröße Verbindlichkeiten aus L + L
  • Bankkontostand zu eingeräumten KK-Kredit

Diese fünf Positionen ergeben mit der Zeit jeweils im Verhältnis zueinander Linien. Aus rechnerischen Höchst- und Niedrigstwerten lässt sich daraus ein pragmatischer Kontokorrentkreditbedarf begründen. Banken können üblicherweise derartig begründete Plausibilitäten und solche Dokumentationen gut nachvollziehen. Sie erkennen sie dann auch als überzeugende Argumentation -neben den o.g. eigenen Einschätzungen- für die Bemessung eines Kreditrahmens an.

Eines wird aber auch aus diesem „Praxistipp“ deutlich:

Die „einfache Formel“ zur Berechnung des „passenden“ Kontokorrentkredites gibt es leider nicht. Dafür sind die hier ausgeführten, unterschiedlichen und sich teilweise sogar widersprechenden Interessen der Beteiligten einfach zu komplex.

Bernd Tovar – Beratung & Begleitung
Fachberater Unternehmensfinanzierung